Vorsorgevollmacht



  • Hallo Toyu-Team, was ist genau eine Vorsorgevollmacht und was ist der Unterschied zu einer Patientenverfügung und Betreuungsverfügung?



  • zu Deiner zweiten Frage:
    Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmst Du eine Person, die Dich im Notfall rechtswirksam vertritt. Die Vollmacht gilt aber nur für den Fall, dass Du nicht mehr in der Lage bist, Deinen Willen selbst zu äußern. Vorsorgevollmachten sind vor allem dann sinnvoll, wenn die Notwendigkeit einer Betreuung absehbar ist. Liegt keine Vorsorgevollmacht vor, wählt das Betreuungsgericht hier einen Betreuer aus, der sich ab diesem Zeitpunkt um Deine Angelegenheiten kümmert. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Ehepartner oder Familienangehörige handeln.
    Patientenverfügungen sagen dagegen nichts über die Wahl eines Betreuers aus. Hier werden lediglich Richtlinien für die medizinische Behandlung vorgegeben, an die sich sowohl Ärzte als auch bestellte Betreuer halten müssen. In einigen Fällen, beispielsweise wenn eine tödliche Krankheit diagnostiziert wurde, empfiehlt sich das Aufsetzen von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, um sowohl die künftige Betreuung als auch die Behandlung zu regeln.
    Möchtest Du keinen Angehörigen bevollmächtigen, kannst Du Dich für eine Betreuungsverfügung entscheiden. Sie wird im Betreuungsrecht geregelt.
    Anders als mit einer Vorsorgevollmacht wird durch eine Betreuungsverfügung die Einschaltung des Gerichts zwar nicht vermieden. Durch eine Betreuungsverfügung kann aber Einfluss auf die durch ein Gericht anzuordnende Betreuung genommen werden. So können die Person und/oder auch Wünsche hinsichtlich der Lebensgestaltung bei Betreuung festgelegt werden. Das Gericht bzw. der Betreuer sind im Grundsatz an diese Wünsche gebunden. Eine andere Person darf nur dann durch das Gericht bestellt werden, wenn sich die in der Betreuungsverfügung genannte Person als ungeeignet erweist. Den Umfang der Befugnisse des Betreuers bestimmt das Gericht. Auch unterliegt der Betreuer gesetzlichen Beschränkungen und der gerichtlichen Überwachung. Darin liegt ein wesentlicher Unterschied zum Vorsorgebevollmächtigten.



  • Liebe Ingrid, zu Deiner ersten Frage:
    Die Vorsorgevollmacht ist eine Generalvollmacht für einen bestimmten Zweck. Die Vorsorgevollmacht ist ein Instrument, um die eigene Zukunft auch für den Fall selbst zu gestalten, dass man selber nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen. Sie gibt dem oder den Bevollmächtigten im Regelfall die Befugnis, alle Rechtsgeschäfte und Erklärungen vorzunehmen, bei denen eine Stellvertretung rechtlich zulässig ist. Die Bestellung eines Betreuers wird dadurch entbehrlich. Die Vorsorgevollmacht kann ergänzt werden durch eine Patientenverfügung, die medizinische Behandlungswünsche festlegt.


Log in to reply